Schwangerenbetreuung

Die Schwangerschaft ist eine spannende und erwartungsvolle Zeit voller Freude und intensiven Erfahrungen. Es werden viele neue Dinge auf Sie zu kommen. Wir wollen Ihnen hier einige wissenswerte und praktische Hinweise zum Ablauf der Schwangerschaft geben und über die kontinuierlichen Untersuchungen zur Erkennung von Schwangerschaftsrisiken informieren.

Erst-Trimester-Screening (ETS)
Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche ermöglicht eine spezielle Ultraschalluntersuchung die Risikoabschätzung für chromosomale Schädigungen des Kindes. Es können zu diesem Zeitpunkt bereits die Körperform, die Arme und Beine bis hin zu den Fingern und Zehen, die Magen- und Harnblase, das Herz und bestimmte Gehirnstrukturen überprüft werden. Zusätzlich zu der Ultraschalldiagnostik werden zwei Laborwerte aus dem mütterlichen Blut bestimmt. Alle Ergebnisse werden dann mit einem Computerprogramm ausgewertet. Der Test ist die beste nicht-invasive Untersuchungsmethode zur Abschätzung des Risikos für die Geburt eines Kindes mit Chromosomenstörungen; die Entdeckungsrate (z.B.) des Down-Syndroms mittels ETS beträgt ca. 90 Prozent.

Farb-Doppler-Sonographie

Diese spezielle Ultraschalluntersuchung ermöglicht die Funktion, den Mutterkuchen zu überprüfen. Damit kann besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel kontrolliert werden, ob das Kind über die Nabelschnur ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Bei bestimmten Erkrankungen von Mutter oder Kind und bei besonderen Schwangerschaftsrisiken wird diese Untersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.


Blutzuckerbelastungstest
Ca. 10 bis 15 Prozent aller werdenden Mütter entwickeln während der Schwangerschaft die Zuckerstoffwechselstörung Gestationsdiabetes. Sie kann nach der Geburt beim Kind zu Unterzuckerungen oder Atemnotsyndrom mit der Gefahr einer Hirnschädigung führen.
Bei der Mutter besteht eine erhöhte Neigung zu Fehlgeburten, Bluthochdruck, erhöhter Fruchtwassermenge, Harnwegs- und Pilzinfektionen sowie EPH-Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung"). Durch diese Komplikationen kommt es zu einer achtfach höheren Totgeburtenrate. Schwangerschaftsdiabetes zeigt zunächst keine Symptome und kann nur mit einem Blutzucker-Belastungstest zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche festgestellt werden, der aus ärztlicher Sicht dringend zu empfehlen ist. Nur so ist die frühzeitige Entdeckung von Schwangerschaftsdiabetes möglich und Gegenmaßnahmen können eingeleitet werden.

Der Blutzucker-Belastungstest ist nicht in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten (allerdings) im Rahmen spezieller Förderprogramme für Schwangere.

Toxoplasmose
Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Eine Infektion erfolgt hauptsächlich durch den Kontakt mit Katzen oder durch den Genuss von rohem oder medium gebratenem Fleisch sowie ungewaschenem Obst, Gemüse oder Salat. Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft können schwere Missbildungen mit Gehirnschäden und Erblindung beim Ungeborenen entstehen. Durch eine Blutentnahme zu Beginn der Schwangerschaft können wir frühzeitig feststellen, ob bereits Antikörper (Abwehrstoffe) gegen Toxoplasmose gebildet wurden. Bei fehlender Immunabwehr sollte im Laufe der Schwangerschaft eine weitere Kontrolluntersuchung erfolgen.

Diese Leistung ist nicht Bestandteil der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge, so dass Sie die Kosten hierfür selbst tragen müssen.

Cytomegalie-Virus-Untersuchung (CMV)
Die CMV-Infektion ist eine äußerst häufige Viruserkrankung, die meist milde und unentdeckt verläuft und nur in seltenen Fällen zu schweren Krankheitssymptomen führt. Bei Erstinfektion in der Schwangerschaft kann sich das Virus auf den Embryo übertragen und Leber- und Milzvergrößerungen, Blutarmut, Neugeborenen-Krämpfe oder Gehirnhautentzündungen verursachen. Die Ansteckung erfolgt über Speichel, Urin und Blut, wobei gerade Säuglinge und Kleinkinder die Viren häufig noch über Jahre ausscheiden und damit weiter ansteckend sind, ohne selbst krank zu sein. Wir empfehlen einen Bluttest in der frühen Schwangerschaft.

Streptokokken-Abstrich
Bei etwa 30 Prozent der Frauen findet man in der Vagina Streptokokken der Gruppe B. Bei der Geburt kommen die Kinder mit den Streptokokken in Kontakt und können eine schwere Entzündung der Lunge bekommen. Deshalb wird bei allen Frauen, bei denen
B-Streptokokken nachgewiesen wurden oder bei denen keine Untersuchung erfolgt ist, während der Geburt ein Antibiotikum gegeben. Der Streptokokken-Abstrich zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche gibt Ihnen die Möglichkeit, eine Infektion definitiv auszuschließen, sodass auf das Antibiotikum verzichtet werden kann.

Mutterschaftsvorsorgerichtlinien

Die gesetzlich vorgegebenen Mutterschaftsvorsorgerichtlinien garantieren Ihnen, dass Sie ein breites Angebot medizinisch notwendiger Leistungen in Anspruch nehmen können:

Frauenärztliche Untersuchung
Diese wird zunächst in einem vierwöchigen Abstand durchgeführt, im weiteren Verlauf verkürzen sich die Intervalle. Bei der Erstuntersuchung erfolgt neben einer ausführlichen Anamnese auch die Untersuchung von Scheide und Gebärmutter. Hierbei wird ein Abstrich aus dem Gebärmutterhals entnommen und auf Chlamydien untersucht, da eine Chlamydieninfektion den Verlauf Ihrer Schwangerschaft ungünstig beeinflussen kann.

Die folgenden Untersuchungen werden bei den Vorsorgeterminen regelmäßig durchgeführt:

  • Blutdruckmessung
  • Urinuntersuchung
  • Gewichtskontrolle
  • Hämoglobinbestimmung (Eisenwert), abhängig vom letzten Befund

Blutuntersuchungen

Zu Beginn der Schwangerschaft werden Blutgruppe und Rhesusfaktor bestimmt, ein Antikörpersuchtest wird durchgeführt, um ggf. eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind frühzeitig festzustellen. Dieser Test wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wiederholt. Falls bei Ihnen das Blutgruppenmerkmal "Rhesus negativ" festgestellt wurde, erhalten Sie zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche eine Spritze, um einer möglichen Unverträglichkeit vorzubeugen.

Gesetzlich vorgeschrieben sind ferner ein Suchtest auf Geschlechtskrankheiten und eine Rötelnantikörperbestimmung. Dies ist wichtig, da eine Infektion mit dem Rötelnvirus in der Schwangerschaft zu Missbildungen bei Ihrem Kind führen kann.

Wir empfehlen Ihnen, zusätzlich auch eine Untersuchung auf HIV (AIDS-Virus) durchführen zu lassen. Nach der 32. Schwangerschaftswoche wird nochmals eine Blutentnahme vorgenommen, die eine möglicherweise bestehende Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus aufdecken soll.

Ultraschall-Untersuchungen
Während der Schwangerschaft ist eine dreimalige Beurteilung der kindlichen Entwicklung per Ultraschall vom Gesetzgeber vorgesehen:

1. Screening 09. - 12. Schwangerschaftswoche
2. Screening 19. - 22. Schwangerschaftswoche
3. Screening 29. - 32. Schwangerschaftswoche

Mithilfe dieser Untersuchungen können eventuell vorhandene schwere Entwicklungsstörungen des Kindes in vielen Fällen frühzeitig bemerkt werden. Im Bedarfsfall kann eine spezialisierte Diagnostik eingeleitet und eine notwendige Therapie begonnen werden. Hierbei sehen dann auch die Mutterschaftsrichtlinien weitere medizinisch begründete Untersuchungen vor.

Weitere Leistungen:

  • Fehlbildungsdiagnostik
  • Spezialsprechstunde für Risikoschwangere
  • Geburtsplanung

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